Strand

Coron Lagune

Coron, Palawan, Philippinen

Bewertung
★★★★★

Ort

Coron, Palawan, Philippinen

Kurzfazit

"Eine spektakuläre Lagunenlandschaft aus Kalksteinfelsen und türkisfarbenem Wasser bei Coron, bekannt für Bootstouren, Schnorcheln und eindrucksvolle Karstkulissen."

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Einleitung

Wer die Philippinen zum ersten Mal besucht, rechnet mit Sandstränden und blauem Wasser. Wer nach Coron kommt, bekommt etwas anderes: eine Landschaft, die aussieht, als hätte jemand die Kulissen eines Fantasy-Films direkt aus dem Wasser aufgestellt. Senkrechte Kalksteinwände, hundert Meter hoch, von tropischer Vegetation bedeckt bis hinauf zur Spitze. Dazwischen enge Lagunenöffnungen, die sich ins Innere öffnen und Seen von einem Blau enthüllen, das kaum glaubhaft wirkt. Und unter der Wasseroberfläche: Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg, die jetzt von Korallen überwachsen und von bunten Fischen bewohnt werden. Coron auf der philippinischen Insel Busuanga ist eines der außergewöhnlichsten Reiseziele Asiens – und der Lagune, die hier als „Coron Lagune” bekannt ist, hat das gesamte Gebiet seinen Ruf zu verdanken.

Geografie und Karstlandschaft

Coron ist Teil der Calamian-Inseln an der nördlichen Spitze Palawans und liegt etwa 250 Kilometer südlich von Manila. Das gesamte Archipel ist geprägt durch Karstformationen – Kalksteingebirge, die über Jahrmillionen durch Regen und Meeresströmungen ausgehöhlt wurden und ein Labyrinth aus Lagunen, Seen und Untergrundkanälen gebildet haben.

Die bekannteste dieser Formationen ist Kayangan Lake, der oft als sauberster See Asiens bezeichnet wird. Das Wasser ist so klar, dass man von der Oberfläche aus Felskonfigurationen in zehn Metern Tiefe scharf sehen kann. Über dem See ragen die Kalksteinwände auf, zwischen ihnen wächst tropische Vegetation – Pandanuspalmen, Feigenbäume und Lianen.

Weniger bekannt, aber mindestens genauso beeindruckend ist der Barracuda Lake, ein Brackwassersee mit einer seltenen thermischen Schichtung: In bestimmten Tiefen wechselt das Wasser von angenehm warm zu überraschend kalt, was beim Tauchen ein faszinierendes Erlebnis erzeugt.

WWII-Wrackdiving

Coron ist weltweit bekannt für sein Wrackdiving. Im September 1944 bombardierten amerikanische Marineflieger im Rahmen der Operation Musketeer einen japanischen Flottenverband, der in der Bucht bei Coron Schutz gesucht hatte. Zwölf Schiffe sanken dabei auf den Meeresboden – und liegen dort noch heute.

Die Wracks in 10 bis 40 Metern Tiefe sind mittlerweile zu künstlichen Riffen geworden, überwachsen mit weichen Korallen, Gorgonien und Schwämmen, bewohnt von Fischschwärmen, Schildkröten und gelegentlich Riffhaien. Die bekanntesten Tauchziele sind:

  • Akitsushima: Ein 118 Meter langer japanischer Flugzeugbergungskreuzer. Einer der dramatischsten Wracks Südostasiens.
  • Okikawa Maru: Ein riesiger Tanker, teilweise flach genug für Schnorchler zugänglich.
  • Lusong Gunboat: Ein kleines Kanonenboot in flachem Wasser, ideal für Einsteiger.
  • Skeleton Wreck: Auch „Lusong Coral Garden” genannt – mehr Riff als Wrack, aber mit überwältigender Korallendecke.

Schnorcheln

Man muss kein Taucher sein, um Coron zu genießen. Mehrere Wracks liegen in flachem Wasser (5–10 Meter) und sind auch für Schnorchler zugänglich. Dazu kommen die farbenprächtigen Korallengärten bei CYC Beach (Coron Youth Club), Pass Island und den vielen Riffflächen rund um die Calamian-Inseln. Die Sichtweite liegt häufig bei 15 bis 25 Metern.

Island Hopping und Lagunentouren

Das klassische Island-Hopping-Programm rund um Coron umfasst in der Regel:

  • Kayangan Lake: Ikonischer Aussichtspunkt + Schwimmen im kristallklaren Sees
  • Barracuda Lake: Tauchen mit thermischer Schichtung
  • Twin Lagoon: Zwei verbundene Lagunen, bei Niedrigwasser durch einen niedrigen Felskanal zu passieren
  • Coron Island Lagune: Die Stammbucht, umgeben von hohen Karstwänden
  • Banol Beach: Sandstrand mit Kokosnusspalmen für Mittagspause und Entspannung

Die meisten Bootstouren starten früh morgens in Coron Town und dauern den ganzen Tag. Gruppentouren sind günstig, Privatboote teurer aber flexibler.

Tauchen in Coron

Coron gilt weltweit als einer der Top-10-Tauchorte. Für Anfänger gibt es zahlreiche PADI-Schulen in Coron Town, die Discover-Scuba-Diving-Kurse für Nichttaucher anbieten, die mit ersten Tauchgängen an einem Wrack oder Riff beginnen möchten. Fortgeschrittene können Tieftauchgänge auf den größeren Wracks bis 40 Meter unternehmen.

Die Wassertemperaturen liegen zwischen 26 und 30 Grad – kein Neoprenanzug notwendig, aber ein 3mm-Shorty macht Tauchgänge komfortabler.

Anreise

Coron ist per Flugzeug über den kleinen Flughafen Busuanga (USU) erreichbar. Direktflüge aus Manila mit Cebu Pacific oder Philippine Airlines dauern ca. 50 Minuten und sind relativ günstig. Vom Flughafen Busuanga sind es noch 20 bis 30 Minuten per Tricycle (motorisiertes Dreirad) oder Shuttle nach Coron Town.

Alternativ ist Coron per Fähre von Puerto Princesa (Palawan-Hauptstadt) oder direkt aus Manila erreichbar, aber die Überfahrt dauert viele Stunden bis zu einem Tag – nicht ideal für Reisende mit begrenzter Zeit.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für Coron ist die Trockenzeit von November bis Mai. In diesen Monaten sind die Bedingungen für Bootstouren, Tauchen und Schnorcheln am besten: ruhige See, gute Sichtweiten, wenig Regen.

Von Juni bis Oktober herrscht Regenzeit mit dem Risiko von Taifunen. Touren können kurzfristig abgesagt werden, wenn die See zu rau ist. Wer in dieser Zeit reist, sollte flexible Buchungen bevorzugen.

Der April ist der beliebteste Reisemonat für philippinische Touristen (Semana Santa und Sommerferien), was für volle Boote und höhere Preise sorgt. Wer Ruhe bevorzugt: November bis Februar ist die beste Kombination aus gutem Wetter und moderatem Besucheraufkommen.

Einrichtungen

Coron Town hat eine gute Basisinfrastruktur mit Restaurants, kleinen Supermärkten, Geldautomaten (nicht immer gut befüllt – Bargeld mitbringen!), Tauchshops, Bootsvermietungen und Touranbieteern. Die Infrastruktur auf den Inseln selbst ist minimal bis nicht vorhanden – Toiletten, Getränke und Essen werden auf den Booten oder an wenigen Kiosks an beliebten Stopps angeboten.

Unterkunft

Coron Town ist die Unterkunftsbasis. Das Spektrum reicht von einfachen Gästehäusern und Backpacker-Hostels bis zu kleinen Boutique-Resorts. Das Two Seasons Coron Island Resort liegt direkt auf Coron Island und bietet ein exklusiveres Erlebnis mit eigenem Zugang zu den Lagunen. Für die meisten Reisenden ist ein Guesthouse in Coron Town mit Frühstück und Tagestouren das praktischste Setup.

Tipps und Hinweise

  • Früh starten: Die berühmten Lagunen – besonders Kayangan Lake – sind ab etwa 10 Uhr morgens sehr belebt. Wer mit dem Sonnenaufgang aufbricht, hat die ersten Stunden oft fast für sich allein.
  • Reef-safe Sonnencreme: In Schutzgebieten ist das Gebot, keine chemischen Sonnenfilter ins Wasser zu bringen.
  • Bargeld: Geldautomaten in Coron sind nicht immer verfügbar. Genug Pesos einplanen.
  • Schuhe für felsige Abstiege: An manchen Aussichtspunkten und Einstiegen zu den Lagunen ist das Gelände felsig und rutschig.
  • Reiseversicherung mit Tauchschutz: Für Taucher ist eine Versicherung, die auch Dekompressionskammer-Behandlung abdeckt, empfehlenswert.

Fazit

Coron ist einer der wenigen Reiseorte, die das Versprechen „einzigartig” ohne Übertreibung einlösen. Die Kombination aus kristallklaren Seen, dramatischen Karstwänden, weltklassigem Wrackdiving und der rohen Schönheit der philippinischen Inselwelt macht Coron zu einem Pflichtbesuch für jeden Taucher und Naturreisenden. Wer die Philippinen bereist und Coron auslässt, hat eine der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten Südostasiens verpasst.