Strand

Myrtos Beach

Kefalonia, Ionische Inseln, Griechenland

Bewertung
★★★★★

Ort

Kefalonia, Ionische Inseln, Griechenland

Kurzfazit

"Ein schmaler Kiesbogen aus leuchtendem Weißkalkstein zu Füßen senkrechter Felswände an der Nordwestküste Kefalionias — in der weitverbreiteten Einschätzung der schönste Strand Griechenlands."

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Überblick

Myrtos Beach löst beim ersten Anblick ein unwillkürliches Innehalten aus. Schon von der Klippenstraße aus, lange bevor man hinabfährt, ist er zu sehen: ein schmaler Bogen aus leuchtendem weißen Kies zu Füßen senkrechter weißer Kalksteinwände, mit Wasser, das von zartem Aquamarin direkt am Ufer in tiefes Elektrischblau wechselt, wo der Meeresboden abfällt. Fotografien geben diesen Anblick in seiner vollen Wirkung nicht wieder.

Der Strand liegt an der Nordwestküste Kefalionias, der größten der Ionischen Inseln, vor der Westküste Griechenlands. Er ist etwa 800 Meter lang und liegt in einer tiefen Bucht, die von Kalksteinfelsen auf beiden Seiten eingerahmt wird, die sich bis auf mehrere Hundert Meter erheben. Diese Felsen blockieren das direkte Morgenlicht, was frühe Besuche selbst im Hochsommer in angenehmem Halbschatten ermöglicht. Ab dem späten Vormittag flutet die Sonne in die Bucht — und das Wasser zeigt seine maximale Farbintensität.

Die Oberfläche des Strandes ist weißer Kalksteinkies, nicht Sand. Glatt, rund und im Barfußlaufen mit ein wenig Übung komfortabel. Die Kiesel und die Kalksteingeologie wirken auf das Wasser in besonderer Weise: Der kalziumreiche Abfluss von den Klippen hält das Wasser außerordentlich klar, und der weiße Kiesboden reflektiert das Sonnenlicht nach oben — das verstärkt die strahlende Farbe des Wassers.

Schwimmbedingungen

Myrtos ist kein geschützter Strand; er öffnet sich dem vollen Ionischen Meer, und die Schwimmbedingungen spiegeln diese Exposition.

  • Wellengang: Westliche Dünung kann kräftige Wellen erzeugen. An ruhigen Tagen ist das Wasser glasartig ruhig; bei Wind brechen Wellen mit echter Kraft auf den Kies.
  • Kiesstrandbrandung: Anders als Sandstrände, auf denen Wellen flach auslaufen, ist die Brandung am Kiesstrand abrupt und kräftig. Ein- und Aussteigen ins Wasser erfordern Timing.
  • Kein ständiger Rettungsdienst: Myrtos hat eine Geschichte von Badeunfällen, auch bei erfahrenen Schwimmern. Es gibt in der Regel keinen permanenten Rettungsschwimmerdienst. Das Wasser mit Respekt behandeln, nie allein schwimmen, bei aktiven Wellenbedingungen besonders vorsichtig sein.
  • Das Wasser bei guten Bedingungen: Kristallklare Sicht, im Sommer 24 bis 26 °C warm, intensiv gefärbt. Die tieferen Abschnitte sind ein außerordentliches Schwimmerlebnis.

Anreise und Verkehr

Anreise nach Kefalonia

  • Flug: Der Flughafen Kefalonia (EFL) bei Argostoli empfängt von Ende April bis Oktober Direktcharterflüge aus Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden und Skandinavien. Von Athen aus fliegen Olympic Air und Sky Express in rund 50 Minuten.
  • Fähre: Von Killini (Peloponnes) nach Poros auf Kefalonia (ca. 1,5 Stunden). Von Patras nach Sami an der Ostküste Kefalionias. Innerinseln-Fährverbindungen bestehen auch nach Zakynthos, Ithaka und Lefkada.

Von Argostoli nach Myrtos

Myrtos liegt ca. 25 Kilometer nördlich von Argostoli, der Inselhauptstadt. Die Fahrzeit beträgt 35 bis 45 Minuten auf der Küstenstraße (E951/EP22). Die Strecke ist kurvenreich mit zahlreichen Spitzkehren und Klippenrandpassagen — sorgfältiges Fahren und Aufmerksamkeit gegenüber Gegenverkehr auf engen Abschnitten sind wichtig.

Ein großer Parkplatz an der Klippe oben führt auf eine 2 Kilometer lange Zufahrtsstraße hinunter zum Strand. Unten gibt es eine Strandtaverne.

  • Mietwagen: Für einen unabhängigen Besuch unerlässlich. Verleihe in Argostoli und am Flughafen. Die Küstenstraße nach Norden ist eine der malerischsten in Griechenland.
  • Organisierte Ausflüge: Mehrere Anbieter in Argostoli kombinieren Myrtos mit anderen Inselzielen (Melissani-Höhle, Dorf Assos).
  • Taxi: Möglich, aber für einen Tagesausflug kostspielig.

Wann reisen?

Juni und September: Ideale Monate. Mittelmeer-Sommer (26 bis 28 °C), angenehmes Schwimmen, Besucherzahl deutlich unter dem August-Höhepunkt. Das Licht am späten Nachmittag auf den weißen Klippen und dem Wasser ist zu diesen Zeiten außergewöhnlich.

Juli und August: Hochsaison. Myrtos ist auf seinem belebtesten — Parkplatz füllt sich früh, Strand wird bis Mittag sehr voll. Hitze intensiv (30 bis 35 °C). Empfehlung: Vor 9 Uhr oder nach 17 Uhr kommen. Wassertemperatur am höchsten.

Mai und Oktober: Noch warm genug für Besuch und Schwimmen (Mai kühler; Oktober oft schön), mit deutlich weniger Besuchern. Einige Einrichtungen können eingeschränkt sein.

November bis April: Besuch möglich (keine Absperrung des Klippenaussichtspunkts), aber Einrichtungen geschlossen, Schwimmbedingungen oft rau, Insel weitgehend heruntergefahren.

Unterkunft

Direkt am Strand gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten. Das nächste Dorf mit Zimmern ist Divarata, eine sehr kleine Siedlung auf der Klippenstraße rund 2 Kilometer über dem Sand.

Assos

Das hervorragend erhaltene Dorf Assos, auf einer schmalen Landenge unter einer venezianischen Festung rund 8 Kilometer von Myrtos entfernt, gehört zu den schönsten Orten der Ionischen Inseln. Kleine Hotels und Studios mit nächtlicher Annäherung an Myrtos, und der kleine Hafen mit dem Abenslicht auf der Festung ist unvergesslich.

Argostoli

Die Inselhauptstadt, 25 Kilometer südlich, ist die praktischste Basis. Größtes Unterkunftsangebot aller Preisklassen. Das Ionian Hill Hotel und das White Rocks Hotel sind solide Adressen.

Fiskardo

Das elegante Nordküstenstädtchen Fiskardo — mit venezianischer Architektur und teuren Yachten — liegt rund 20 Kilometer von Myrtos entfernt und ist die gehobene Adresse für Abendessen und Hafenatmosphäre.

Aktivitäten

Dorf Assos und venezianische Festung

Eine kurze Fahrt von Myrtos (8 bis 10 Kilometer). Eines der schönsten Dörfer Griechenlands mit seinem natürlichen Miniaturhafen, restaurierten venezianischen Häusern und der dramatisch positionierten Festung darüber. Der Aufstieg zu den Festungsruinen lohnt sich für den Panoramablick.

Melissani-Höhle und -See

In der Nähe von Sami an der Ostküste enthält die Melissani-Höhle einen eingestürzten Untergrundsee, in den Sonnenlicht durch ein Dachöffnung fällt und das Wasser in leuchtendes Blau verwandelt. Bootsfahrten durch die Höhle (15 bis 20 Minuten) sind in der Saison von früh bis spät möglich — mittags, wenn die Sonne direkt einfällt, am eindrucksvollsten.

Fiskardo

Das Nordende der Insel hat das einzige vollständig erhaltene venezianische Architekturensemble Kefalionias — das einzige Gebiet, das vom Erdbeben 1953 verschont blieb. Exzellente Taverne am Kai, Yacht-Charter und Bootsverleih.

Praktische Fragen

Warum ist das Wasser so blau? Extreme Wasserklarheit (kalziumreiche Geologie), ein flacher Schelf über weißem Kiesboden (reflektiert Licht nach oben), und die offene Tiefe des Ionischen Meeres dahinter — zusammen ergibt das diese Kombination aus zartem Türkis im Flachwasser und tiefem Elektrischblau im offenen Wasser.

Ist Myrtos ein gefährlicher Strand? Myrtos hat Ruf für anspruchsvolle Schwimmbedingungen, besonders bei Wind. Die Brandung am Kiesstrand ist abrupter als am Sandstrand, die Tiefe nimmt rasch zu, Rettungsdienst in der Regel nicht vorhanden. Bei ruhigen Bedingungen sicher und faszinierend. Im Zweifel — vor allem für nicht geübte Seeschwimmer — lieber im Flachwasser waten und den Blick genießen.

Gibt es Schatten? Die Klippen werfen morgens etwas Schatten. Den Rest des Tages liegt der Strand in voller Sonne. Die Strandtaverne vermietet Liegen und Sonnenschirme — die einzigen Schattenquellen. Hohen Lichtschutzfaktor mitbringen.

Kann man von der Straße aus zu Fuß nach unten gehen? Ja, vom Klippenaussichtspunkt über die Zufahrtsstraße zu Fuß, etwa 2 Kilometer steil bergab. Die Rücktour bergauf im Sommerhitze ist anspruchsvoll. Die meisten Besucher fahren mit dem Auto nach unten, sofern Parkplatz frei.