Der Strand
Eagle Beach ist Arubas bekanntestes Naturjuwel. An der Nordwestküste dieser kleinen niederländischen Karibikinsel liegt er direkt südlich des dichter besiedelten Palm Beach und erstreckt sich über 1,5 Kilometer. TripAdvisor hat ihn wiederholt unter die fünf besten Strände weltweit gereiht und regelmäßig als besten Strand der Karibik ausgezeichnet.
Was Eagle Beach von den Dutzenden anderen hochwertigen Karibikstränden unterscheidet, ist ein schwer zu replizierendes Bündel von Eigenschaften: die außergewöhnliche Breite und Weichheit des Sandes, die fast dauerhaften Passatwinde, die die Temperaturen angenehm halten, das ruhige und klare Wasser (Aruba liegt außerhalb des Hurrikankorridors — ein entscheidender geografischer Vorteil) und das relative Fehlen intensiver Bebauung direkt am Strandabschnitt selbst. Anders als der dicht bebaute Hotel-Korridor von Palm Beach 1 Kilometer weiter nördlich ist Eagle Beach von niedrigen Häusern und Timeshare-Properties gesäumt, zwischen denen sich öffentlich zugängliche Sandabschnitte befinden.
Aruba liegt 29 Kilometer nördlich der venezolanischen Küste, außerhalb des Hurrikankorridors — ein geografischer Umstand, der für rund 320 Sonnentage pro Jahr, minimalen Regen und einen beständigen nordöstlichen Passatwind sorgt. Die Durchschnittstemperatur liegt ganzjährig bei rund 28 °C.
Geografie und Strandcharakter
Eagle Beach bildet technisch gesehen den südlichen Teil des weiteren Palm-Eagle-Beach-Gebiets, aber die Unterscheidung ist bedeutsam: Palm Beach ist das Zentrum des Massentourismus mit großen Kasinohotels und dichter Bebauung; Eagle Beach hat einen natürlicheren, großzügigeren Charakter bewahrt.
Der Sand besteht hauptsächlich aus Korallen- und Muschelbruchstücken — sehr fein, sehr weiß, ungewöhnlich weich. Bei Ebbe dehnt sich der trockene Sand auf vielen Abschnitten 30 bis 40 Meter von der Düne bis zur Wasserlinie aus. Selbst an belebten Tagen bietet dieser Raum genügend Platz.
Das Wasser ist für offene See außerordentlich ruhig. Da der Passatwind von Nordosten kommt und Eagle Beach nach Nordwesten schaut, ist der Strand teilweise vor direktem Wind geschützt. Wellen sind minimal — eher ein sanftes Plätschern als echter Wellengang. Das Wasser ist kristallklar, der helle Meeresboden lässt es in Türkis und Aquamarin leuchten.
Meeresschildkröten als Gäste
Eagle Beach ist eines der wichtigsten Meeresschildkröten-Nistgebiete der südlichen Karibik. Von April bis September kommen Unechte Karettschildkröten (und gelegentlich Lederschildkröten und Grüne Meeresschildkröten) nachts an Land, um ihre Eier in den Sand zu legen. Die Aruba Sea Turtle Conservation Foundation (Turtugaruba) überwacht und schützt die Nester während der gesamten Saison.
Gäste in Strandhotels können an beaufsichtigten Nachtwachen bei Nestern teilnehmen. Wenn eine nistende Schildkröte oder eine Nestmarkierung angetroffen wird: Abstand halten, Blitzfotografie und laute Geräusche vermeiden. Die Stiftung bietet geführte Schildkrötenbeobachtungen an — beim Hotel nachfragen.
Anreise
Per Flug
Alle Besucher landen am Flughafen Queen Beatrix International (AUA) in Oranjestad. Der Flughafen liegt 8 bis 10 Kilometer von Eagle Beach entfernt und wird von zahlreichen US-amerikanischen Städten (Atlanta, Boston, Charlotte, Miami, New York, Philadelphia, Houston), aus Kanada, den Niederlanden, Kolumbien und anderen karibischen Inseln angeflogen.
Vom Flughafen zum Strand
- Taxi: Feste Tarife (nicht Taxameter). Preis bis Eagle Beach: ca. 15 bis 25 US-Dollar. Zuverlässig und direkt am Ausgang verfügbar.
- Mietwagen: Aruba ist mit 32 × 10 Kilometern sehr überschaubar, Fahrt zum Strand dauert 15 bis 20 Minuten. Kostenloser Parkplatz am oder nahe dem Strand vorhanden.
- Bus: Die Arubus-Linie 2 verbindet Flughafen mit Resortgebieten, erfordert aber für Eagle Beach eine Umsteigeverbindung — für Erstbesucher mit Gepäck wenig praktisch.
Die beste Reisezeit
Arubas Klima ist so konstant angenehm, dass es keine eigentliche Schlechtwetterzeit gibt.
Ganzjährig möglich: Unter 500 mm Niederschlag pro Jahr, einer der trockensten Werte der Karibik. Passatwinde sorgen für angenehme Temperaturen das ganze Jahr.
Dezember bis April (Hochsaison): Höchste Nachfrage aus Nordamerika und Europa auf Winterflucht. Unterkunftspreise auf Jahreshöchst, Eagle Beach (auch im Vergleich seltener überfüllt) hat sein Maximum an Besuchern. Früh buchen.
Mai bis November (Nebensaison): Deutlich günstiger, weiterhin ausgezeichnetes Wetter. Im Juni und Juli leicht unbeständiger, aber das Hurrikanrisiko, das andere Karibikinseln betrifft, ist in Aruba vernachlässigbar.
Unterkunft
Direkt am oder strandnah
- Manchebo Beach Resort and Spa: Kleines, adults-only, All-inclusive-Boutiqueresort direkt am ruhigen Südende des Strandes. Bekannt für Yoga-Retreats und Wellness. Intimatmosphäre.
- Amsterdam Manor Boutique Hotel: Niederländisch-kolonial gestaltetes Haus, kurzer Fußweg zum Strand. Charaktervoll und deutlich günstiger als die großen Resorthotels.
- Bucuti & Tara Beach Resort: Adults-only, öko-zertifiziertes Boutiqueresort direkt am Eagle Beach, mit der höchsten Zertifizierung für nachhaltigen Tourismus in der Region. Ausgezeichneter Service.
Palm Beach (in der Nähe)
Wer das soziale Leben der Resorthotels möchte, aber Eagle Beach nicht missen will: Die großen All-inclusive-Resorts in Palm Beach (Riu, Occidental, Holiday Inn) liegen 10 bis 15 Gehminuten entfernt. Eagle Beach ist öffentlich, Palm-Beach-Gäste kommen regelmäßig rüber.
Aktivitäten
Schnorcheln
Das Wasser vor Eagle Beach eignet sich gut zum Schnorcheln, besonders im nördlichen Abschnitt, wo ein flaches Riff nahe der Oberfläche beginnt. Papageifische, Engelsbarsche und gelegentlich Meeresschildkröten in seichtem Wasser. Ausrüstung ist am Strand oder bei Wassersportanbietern entlang des Resortstreifens zu mieten.
Kite- und Windsurfen
Eagle Beach liegt windgeschützter als Arubas berühmte Kite- und Windsurfstrände an der Südostküste (wo Weltmeisterschaften ausgetragen wurden). Der konstante Passatwind macht den Nordabschnitt bei bestimmten Windbedingungen dennoch für beide Sportarten geeignet.
Arubas Innenland: Natural Pool und Arikok-Nationalpark
Arubas kaktusdurchzogener Innenbereich kontrastiert stark mit der türkisen Küste. Der Arikok-Nationalpark bedeckt fast 20 Prozent der Insel und enthält Wüstenlandschaften, dauerhaft vom Passatwind gebogene Divi-Divi-Bäume, Goldschmelzruinen und Höhlen mit Arawak-Felszeichnungen. Der berühmte Natural Pool (Conchi) — ein natürliches Meeresschwimmbecken, nur per Jeep oder Fußweg über die zerklüftete Nordküste erreichbar — ist eine der schönsten Naturattraktionen der Insel. Halbtages-Jeeptouren ab Eagle-Beach-Bereich buchbar.
Oranjestad
Arubas Hauptstadt ist eine überraschend charmante kleine Stadt mit pastellfarbener niederländischer Kolonialarchitektur entlang einer fußgängerfreundlichen Hafenpromenade — 15 bis 20 Fahrminuten südlich. Kunsthandwerksmärkte, Renaissance Marketplace und gute Fischrestaurants empfehlen sich für einen halben Erkundungstag.
Häufige Fragen
Wird Eagle Beach voll? Im Vergleich zu Palm Beach direkt nördlich ist Eagle Beach erheblich ruhiger. Die Schildkröten-Nistzeit (April bis September) bringt Naturinteressierte, aber auch dann wirkt der Strand nicht überlaufen.
Welche Einrichtungen gibt es? Auf den öffentlichen Abschnitten beschränkt sich das Angebot auf Palmen-Palapas und Bänke. Die anliegenden Hotels vermieten Liegen und Schirme (teils auch an Nicht-Hotelgäste gegen Gebühr). Toiletten und Restaurants in den Hotelgebäuden.
Ist das Wasser sicher? Sehr. Das Wasser ist ruhig, klar und ohne gefährliche Strömungen oder Wellen unter normalen Bedingungen. Der Meeresboden ist sandig, keine gefährlichen Felsen im Schwimmbereich.
Wie schützt Aruba sich vor Hurrikanen? Aruba liegt bei etwa 12° Nord nahe der südamerikanischen Küste — an der Südkante des Hurrikankorridors. Die warmen äquatorialen Gewässer, die Hurrikane nähren, sind auf diesem Breitengrad weniger energiereich. Direkttreffer sind in der Aufzeichnungsgeschichte äußerst selten.